Meeresverschmutzung

Vortrag und Diskussion im Bürgerhaus Pliensauvorstadt

06.02.2020: Auf Anregung von Matthias Pallmert vom "Gesprächskreis Aktuelles Zeitgeschehen" im Bürgerhaus Pliensauvorstadt waren wir eingeladen worden, in einem Vortrag das Thema "Meeresverschmutzung" zusammenzufassen und damit die anschließende Diskussion mit Fakten zu füttern.
Vor knapp 20 Interessierten skizzierte Ulrich die wesentlichen Aspekte:
• von der weitverbreiteten Unsitte, Müll einfach in Gewässern zu entsorgen (Industrieabfälle, Kriegsmunition, Atommüll usw.);
• von der zwar legalen aber nicht minder verwerflichen Praxis, nicht nur umweltproblematische Produktionsabläufe in ferne Kontinente zu exportieren sondern auch den bei uns anfallenden Müll;
• von Giftstoffen, die illegal, durch Gleichgültigkeit oder durch Unfälle ins Meer gelangen;
• von Stoffen (z.B. Dünger, Pestizide), die im Zuge der industriellen Landwirtschaft in den Wasserkreislauf geraten, und, last but not least
• vom Plastik, das zunehmend zur Gefahr nicht nur für die Meeresbewohner sondern auch für uns Menschen wird.

Riesige Plastikmüllstrudel schwimmen auf den Weltmeeren, die jährlich um 8 Mio. Tonnen anwachsen. Dabei zerfallen 2/3 des Plastiks im Meer zu immer kleineren Teilen, sinken nach unten und bedrohen alles Leben am Meeresgrund.
Meeresbewohner verwechseln Plastikteilchen mit Nahrung oder verfangen sich in Resten von Fischernetzen und verenden qualvoll. Dazu kommen wachsende Mengen an (primärem) Mikroplastik, die z.B. durch Reifen- und Asphaltabrieb, durch Verschleiß bei der Textilwäsche, aber auch aus Zusätzen zu Haushalts- und Kosmetikprodukten usw. stammen. Besonders unsere Nutzung von Einwegverpackungen (Getränkeflaschen, Fertiggerichte, eingeschweißte Kleinprodukte usw.) lassen die Plastikmüllberge immer weiter anwachsen.

Bei der Frage, was gegen die Meeresverschmutzung getan werden kann, kam schnell das Problem der Verantwortung für die Umwelt und unsere Zukunft ins Gespräch: ist es die Politik, die einen Riegel vorschieben muss? oder sind es die Produzenten und der Handel, die Lösungen entwickeln müssen? - oder sind es nicht doch wir alle, die wir sowohl an der Wahlurne als auch durch unser Kaufverhalten Einfluss nehmen und auch im Alltag darauf achten müssen, plastikfreie Alternativen vorzuziehen?
Auch wenn in der lebendigen Diskussion die Meinungen hierzu auseinander gingen, fühlten sich die meisten Teilnehmer doch ermutigt, selbst mehr Verantwortung dafür zu übernehmen, den eigenen (Plastik-) Fußabdruck zu verkleinern.

Ulrich