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Glyphosat tötet!


Klimafest

Unterschriften gegen die Zulassungsverlängerung von Glyphosat

Esslingen, 03.06.2017: Erdbeerfest, Umweltmarkt und Klimafest in Einem. Unser kleiner Stand steht mit NaBu, BUND, Naturfreunden und dem Stand einiger Parteien um den Postmichelbrunnen, räumlich wie optisch abgesetzt von den Firmen, die in der Ritterstraße ihre umweltfreundlichen Produkte anpreisen. Während unsere Freunde von Greenpeace Sindelfingen ein Stück weiter Informationen zum Thema „Plastik“ anbieten, sind wir auf der Suche nach Unterstützern der Europäischen Bürgerinitiative gegen die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat in der EU. Erstaunlich viele der zahlreichen Passanten sind mit dem Thema und der Problematik vertraut und spontan bereit, sich zu engagieren, andere haben sich bereits online an der Aktion beteiligt. Allerdings scheuen sich auch einige, so viele Daten von sich preiszugeben, obwohl sie prinzipiell gegen die Verwendung des Unkrautvernichters sind. Daraus ergeben sich interessante Gespräche zu Themen wie Datenschutz, Vorsorgeprinzip, Lobbyismus und die Notwendigkeit, die Verantwortung für das eigene Wohlergehen und den Schutz der Umwelt nicht länger den Politikern und Wirtschaftsbossen zu überlassen.

Auch wenn vielleicht (noch) nicht schlüssig nachgewiesen ist, dass das Totalherbizid Glyphosat beim Menschen Krebs auslöst: schon der Verdacht müsste genügen, dieses und ähnliche Mittel unverzüglich zu verbieten. Aber auch die unbestrittene Tatsache, dass mit Glyphosat die Artenvielfalt von Insekten, Vögeln und Kleinsäugern sowie von Lebewesen im Wasser massiv bedroht wird, scheint vielen Entscheidern weniger zu wiegen als die Aussicht auf satte Gewinne.

Kann eine Bürgerinitiative mit einer Million Unterstützern die Gier von Wenigen stoppen? Wenn die Europäische Kommission noch in diesem Jahr darüber entscheidet, ob die Zulassung von Glyphosat in der EU für weitere 10 Jahre verlängert werden soll, wird sie sich zumindest die Gegenargumente anhören müssen. Dass nur wenige der Passanten wirklich an ein Verbot des Ackergiftes glauben, obwohl 2/3 aller Europäer gegen die Verwendung von Glyphosat sind, zeigt, wie wenig sie der Wirtschaft vertrauen, das Wohlergehen der Menschen und der Umwelt im Blick zu haben, und wie wenig sich die Bürger von der Politik vertreten fühlen. Die 140 Unterschriften gegen die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat, die wir sammeln konnten, sind ein eindeutiges Zeichen dafür.

Ulrich