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Fleisch-Aktion

Protest vor Lidl gegen Massentierhaltung und Pseudo-Qualitäts-Label

Am 08.04.2017 waren wir vor Lidl in Ostfildern unterwegs, um Verbraucher über die Initiative Tierwohl und die Haltungsbedingungen der Ställe zu informieren, aus denen Lidl sein Fleisch bezieht. Die Aktion fand deutschlandweit noch in 50 weiteren Städten statt. Lidl bewirbt sein Fleisch auf allen Schweinefleisch-Packungen mit dem Label der u.a. von den Supermärkten selbst gegründeten Initiative Tierwohl. Dabei stammen nur ca. 11% des Fleischs tatsächlich aus Ställen, die an der Initiative teilnehmen. Nur 1 von 10 Tieren weniger im Stall reicht aus, um die Kriterien der Initiative Tierwohl zu erfüllen. Die Bedingungen sind also kaum besser als in konventioneller Haltung. Von Tierwohl kann keine Rede sein – das grenzt an Verbrauchertäuschung!
Wir haben die Verbraucher vor Ort nicht nur über die wahren Haltungsbedingungen informiert, sondern auch verschiedene Label und die Reduzierung des Fleischkonsums angesprochen. Viele Passanten waren sehr interessiert und haben sich intensiv bei uns informiert. So konnten wir auch über 100 Unterschriften auf Protestpostkarten sammeln, die wir anschließend der Filialleitung übergeben haben. Die Verbraucher und auch Kunden von Lidl konnten dort Fragen stellen, die Lidl beantworten soll – wir bleiben dran und werden immer wieder nachhaken. Neben Fragen zu Themen wie Haltungsbedingungen, der Gabe von Antibiotika, dem Abschneiden von Ringelschwänzen wurden bspw. auch folgende Fragen an Lidl gerichtet:
• Wie sieht's mit Bio aus?
• Wissen Sie nicht, dass Tiere auch Lebewesen sind und fühlen?
• Warum ist alles Fleisch so billig?
• Wie könnt ihr so was verantworten?
Greenpeace fordert von Lidl, die Transparenz beim Fleischkauf für alle Verbraucher zu verbessern: Es soll erkenntlich sein, aus welchen Haltungsbedingungen das Fleisch stammt und woher das Tier kommt. Außerdem fordern wir Lidl auf, „Tierwohl“ auch ernst zu nehmen und sich wirklich für verbesserte Haltungsbedingungen einzusetzen. Dazu gehört u.a. mehr Platz für die Tiere, die Möglichkeit zum Auslauf im Freien, Beschäftigungsmaterial für die Tiere, keine präventive Antibiotikagabe für die gesamte Gruppe, faire Preise für die Erzeuger und der Verbot des Abschneidens der Ringelschwänze. Lidl zeigt bereits, dass es besser geht: In Dänemark produziert Lidl besser als in Deutschland, sowohl was die Fütterung als auch die Unversehrtheit bei Schweinen angeht. Auch die deutschen Verbraucher wollen Fleisch aus besserer Tierhaltung und wir bleiben dran, damit Lidl das auch umsetzt!
Mehr Informationen findet ihr hier.

Stefan