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Handy-Repair-Café

Hilfe zur Selbsthilfe beim Austausch schlapper Akkus oder gesplitterter Displays von Smartphones

12.11.2017, Zentrum für Arbeit und Kommunikation (ZAK) Esslingen: Hier, wo alle zwei Monate auch das normale „Repair-Café“ stattfindet, waren die Arbeitstische heute mit Werkzeug belegt, die zur Reparatur von Smartphones dienen: Spezialschraubenzieher, Pinzetten, Kunststoffhebel, Schalen mit Fächern für Kleinteile, und natürlich Laptops und Tablets mit Zugriff auf die Reparaturanleitungen von ifixit, einem Netzwerk von Alles-Reparierern. Im Rahmen eines deutschlandweiten Greenpeace-Gruppen-Aktionstages hatten wir eingeladen, Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten: beschränkt auf den Austausch von kaputten Displays oder schwächelnden Akkus der gebräuchlichsten Smartphone-Modelle konnte jeder angemeldete Interessent – mit unserer Unterstützung – das eigene Smartphone zerlegen und die selbst besorgten und mitgebrachten Ersatzteile einbauen.

Die meisten Menschen in Deutschland besitzen ein Smartphone, aber kaum jemand kann sich vorstellen, dass man Handys auch reparieren kann, ohne oft teure Spezialwerkstätten aufzusuchen. Deshalb lassen sich die meisten zum Neukauf eines aktuelleren Modells verführen, wenn nach einem Sturz das Displayglas gesplittert ist oder wenn nach nur wenigen Jahren der Akku den Geist aufgibt. Das führt dazu, dass die Smartphones für immer kürzere Nutzungsdauern konzipiert sind, dass der Verbrauch von Rohstoffen in die Höhe schnellt, bei der Herstellung Unmengen an Energie verschwendet und bei der Entsorgung der Altgeräte die Umwelt belastet wird.

Doch es geht auch anders! Mit unserer Smartphone-Repair-Café-Aktion wollen wir zeigen, dass die häufigsten Schäden oft selbst behoben werden können. So wächst das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die Lebenszeit der Smartphones wird verlängert, die Umweltbelastung bei Herstellung und Entsorgung neuer Phones wird reduziert, und der Druck auf die Hersteller wächst, längerlebige und leichter reparierbare Geräte auf den Markt zu bringen und kunden- und umweltfreundlicher zu produzieren.

Trotz breit gestreuter Werbung für unsere Aktion hielt sich die Zahl der Anmeldungen in Grenzen, und einige der Interessenten mussten auch abgewiesen werden, weil wir uns die Reparatur ihrer Geräte im Rahmen des Repair-Cafés nicht vorstellen konnten. Doch der Raum im ZAK füllte sich trotzdem schnell: außer uns Greenpeacern (die z.T. auch am Empfang und an der Kaffee- und Kuchentheke beschäftigt waren) und den angemeldeten Besuchern mit ihren kaputten Handys waren auch Interessenten gekommen, die nur mal zuschauen oder die Gelegenheit nutzen wollten, unter Anleitung ein Smartphone zu zerlegen und wieder zusammenzubauen. Auch zwei Vertreter der Stuttgarter Zeitung waren da, um ausführlich über das Projekt zu berichten.

Das Fazit unserer Smartphone-Repair-Café-Aktion fällt eher positiv aus. Einigen Gästen konnten wir helfen, doch neben glücklichen Gesichtern gab es auch Enttäuschungen, weil der Fehler nicht gefunden werden konnte, weil das noch zu besorgende Ersatzteil doch teurer war als erwartet, oder weil nach dem Zusammenbau ein anderer Fehler aufgetreten war. Doch alle Interessenten waren sich einig, dass die Aktion sehr hilfreich war, um die erste Hürde des Selbst-Reparierens zu überwinden, und dass sie unser Angebot „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Fall einer Wiederholung weiterempfehlen oder sich gar zuhause selbst an eine Reparatur wagen würden.

Ulrich