Termine




Glyphosat-Wochenende

Gemeinsame Aktion und Vernetzung mit anderen Greenpeace-Gruppen

08.-10.4.: Nach langen Wochen der Vorbereitungen war der Termin endlich da und die ersten GĂ€ste erreichten unser „Basislager“, die Esslinger Waldorfschule. Dort hatten wir die Mensa und ein paar Klassenzimmer gemietet, um ein ganzes Wochenende lang Informationen zur Glyphosat-Problematik auszutauschen, Referate zu hören, neue Strategien zu entwickeln, und um von hier aus unsere Aktion in der FußgĂ€ngerzone zu starten.

08.04.: Der Freitagabend ging schnell vorĂŒber mit der BegrĂŒĂŸung der Teilnehmer von anderen Greenpeace-Gruppen aus Baden-WĂŒrttemberg und Bayern, den letzten Handgriffen (z.B. Banner und Poster bemalen), einem gemeinsamen Abendessen und einer kurze EinfĂŒhrung ins Thema Glyphosat:
Trotz der zunehmenden Kritik von verschiedener Seite, z.B. der Warnung der WHO, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist fĂŒr den Menschen, wird das Totalherbizid von Institutionen wie dem deutschen Bundesinstitut fĂŒr Risikoforschung (BfR) als unbedenklich eingestuft und die VerlĂ€ngerung der Zulassung in der EU fĂŒr weitere 15 Jahre empfohlen. Ein erster Abstimmungsversuch in der EU-Kommission kam nicht zustande, weil eine qualifizierte Mehrheit nicht zu erwarten war, und nun ist der nĂ€chste Termin auf den 18./19.Mai 2016 angesetzt. Der deutsche Landwirtschaftsminister Schmidt, dem auch das BfR untersteht, hat maßgeblichen Einfluss auf das Abstimmungsergebnis, und so kommt unsere Aktion mit unterschriebenen Postkarten an seine Adresse gerade recht: er soll die Wiederzulassung stoppen!

Zum Abschluss des Abends stand noch der Film „Tote Tiere, kranke Menschen“ auf dem Programm, der die erschreckenden Folgen des ungezĂŒgelten Glyphosat-Verbrauchs in der Landwirtschaft eindrĂŒcklich zeigt.

09.04.: Der Samstag hatte zwei Schwerpunkte: die öffentliche Aktion in der Stadt, sowie Greenpeace-interne VortrÀge am Nachmittag und Abend.

Drei InfostĂ€nde, am Bahnhofsvorplatz, an der St.Agnes-BrĂŒcke und am Athleteneck bildeten den Rahmen. Große Banner wiesen auf das Thema hin, Greenpeacer boten schriftliche wie mĂŒndliche Hintergrundinformationen, in einem Zelt konnte man Kurzfilme anschauen. Aber die Hauptattraktion war ein Traktor mit einem menschlichen Skelett als Fahrer, umgeben von Pestizidkanistern. Die Beteiligung der Passantenan der Postkartenaktion war erstaunlich hoch: innerhalb weniger Stunden sammelten wir etwa 550 unterschriebene Karten.
Eine Attraktion war auch die Straßentheatergruppe: zwei „Giftspritzer“ im Schutzanzug, mit RĂŒckenspritzen und Schutzmasken, besprĂŒhten eine Gruppe von Blumen, Schmetterlingen, Schweinen und KĂŒhen, die daraufhin mal panisch flohen, mal jĂ€mmerlich verendeten. Im Chor riefen sie „Glyphsat tötet“ und andere Parolen.

Nach einem gemeinsamen Essen in der Schule ging es weiter mit dem theoretischen Teil:
Kerstin Fleischer aus Hamburg berichtete von den PlÀnen von Greenpeace Deutschland, langfristig eine nachhaltige und giftfreie Landwirtschaft zu erreichen.
Als besonderen Gast durften wir MdB Harald Ebner von BĂŒndnis90/die GrĂŒnen begrĂŒĂŸen, dessen Beitrag einen lebendigen Einblick in das Labyrinth der politischen Entscheidungen gewĂ€hrte, und in die gesetzliche Problematik, Lösungen zu finden, die dem Anspruch einer nachhaltigen und gesunden ErnĂ€hrung genĂŒgen.

10.04.: Zum Ausklang des Wochenendes stand am Sonntag noch ein Beitrag von Kerstin Fleischer auf dem Programm: Welche HĂŒrden gibt es auf dem Weg zu Pestizidfreien Kommunen, und wie können unsere konkreten Schritte aussehen, wenn wir uns dafĂŒr einsetzen wollen?

Insgesamt war das Aktions-Wochenende sehr erfolgreich. Wir konnten Informationen ĂŒber die HintergrĂŒnde und aktuelle Entwicklung der Glyphosat- und Pestizid-Problematik austauschen und Strategien fĂŒr eine möglichst giftfreie Landwirtschaft erarbeiten. Wir lernten Gleichgesinnte aus anderen Greenpeace-Gruppen - von Regensburg bis Karlsruhe – kennen und verbrachten ein paar schöne und intensive Tage miteinander. Und wenn wir durch diese Aktion in der Öffentlichkeit weitere „Weltenretter“ gewonnen haben, dann hat sich der Organisationsaufwand schon allein deshalb gelohnt.

Ulrich