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Arktis-Aktions-WE

mit der Gruppe Regensburg zum Schutz der Arktis

Freitag, 13.11.2015: kaum in der Schule angekommen, die für drei Tage unsere Aktionsbasis sein sollte, war auch schon unser aktiver Einsatz gefragt: Banner gestalten und malen, Essen vorbereiten, Schlafräume herrichten usw. Am Abend stand das „briefing“ auf der Tagesordnung: warum machen wir überhaupt ein Aktionswochenende zum Schutz der Arktis? Larissa Beumer, Arktis-Campagnerin von Greenpeace Deutschland, erklärte sehr anschaulich und umfassend, dass die Eisschicht in der Arktis in jedem Sommer weiter wegschmilzt, auch wenn die Größe der gefrorenen Fläche im Winter sich kaum verändert, und warum die acht Anrainerstaaten (Russland, USA, Kanada, Dänemark, Island, Finnland, Schweden und Norwegen) geradezu ungeduldig darauf warten, die durch den Klimawandel frei werdenden Flächen erobern und ausbeuten zu können. Ihr Hauptinteresse gilt dabei den vermuteten riesigen Ölvorkommen, aber auch anderen Bodenschätzen wie z.B. den Seltenen Erden. Außer der russischen Firma Gazprom hat bisher allerdings nur Shell ernsthafte Versuche unternommen, an diese Vorräte tatsächlich auch heranzukommen – mit desaströsem Ergebnis. Zu den enorm hohen Kosten für die Erforschung und die Vorbereitungen der Bohrungen kamen technische Probleme und Unfälle. Von einer angeblich „sicheren Ölförderung“ konnte keine Rede mehr sein, und die Unmöglichkeit, im Falle einer Ölkatastrophe effiziente Hilfsmaßnahmen durchzuführen, war vielen sowieso schon klar. Behördliche Auflagen, öffentlicher Druck und nicht zu vergessen die unzähligen Aktionen von Greenpeace und anderen Umweltverbänden führten im September 2015 dazu, dass Shell seine Pläne, in der Tschuktschensee vor Alaska nach Öl zu bohren, bis auf Weiteres fallen ließ. Obwohl dies mit größter Wahrscheinlichkeit das endgültige Aus für die Ölbohrungen in der Arktis bedeutet, auch von Seiten anderer Ölmultis, wäre es zum Schutz der dort - auf wie auch unter dem Eis – lebenden Tierarten dringend erforderlich, den aktuell als „Internationale Gewässer“ deklarierten Bereich außerhalb der 200-Meilen-Zone der Anrainerstaaten unter Schutz zu stellen und damit die bisherigen Erfolge auch auf die weitere Nutzung des Gebiets auszuweiten. Wir fühlten uns für den Samstag gerüstet und verbrachten einen entspannten Abend, bis die Nachricht von den Attentaten in Paris in die Runde platzte. Schock! Nach längeren Debatten wurde beschlossen, ein Friedensbanner zu gestalten, das dann mit den anderen Bannern zusammen in der Stadt aufgestellt werden sollte zum Zeichen, dass uns nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschen dieser Erde am Herzen liegen.

Samstag, 14.11.2015: Der Plan sah vor, alle Zugänge zur Altstadt mit Bannern zu besetzen und weitere Info-hotspots am Dom, beim Greenpeace-Büro (wo es Führungen gab) und an der Steinernen Brücke einzurichten. Trotz eisigen Windes harrten wir dort z.T. den ganzen Tag aus, sammelten Unterschriften für ein Arktis Schutzgebiet, machten die Passanten mit Paula, der großen Eisbärin und einem weiteren Eisbär-Kostüm auf unser Anliegen aufmerksam, und landeten schließlich, schon in der Dunkelheit, auf dem Haidplatz, wo eine Mahnwache anlässlich der Attentate in Paris abgehalten wurde. Mit unserem Friedens-Banner und vielen Kerzen trugen wir wesentlich zur intensiven Stimmung auf dem Platz bei. Unser Abend klang aus mit einem gemeinsamen Essen in der Schule, dem Dokumentarfilm "Black Ice" über die „Arctic 30“, (den man hier in voller Länge anschauen kann), und Gruppenspielen bis spät.

Sonntag, 15.11.2015: heute noch Aufräumen und Putzen, und dann der schwere Abschied. Zusammen mit fast 50 Greenpeacern aus Regensburg, Bamberg, Nürnberg, München, Hamburg und anderen Städten hatten wir erlebnisreiche und intensive Tage erlebt, viel über die Arktis gelernt und neue Ideen und Energien getankt für die Arbeit in unserer Esslinger Gruppe.
Danke Greenpeace Regensburg!

Ulrich