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Pestizide

Supermarkt-Aktion in Ostfildern

24.10.2015: Pestizide – eine Bedrohung für Mensch und Umwelt

Pestizide. Oft werden sie als „Pflanzenschutzmittel“ beschönigend dargestellt. Doch als chemisches Pflanzenbehandlungsmittel dienen sie beispielsweise der Schädlingsbekämpfung.
Soweit, so gut? Nein!
Denn Pestizide sind ein enormes Risiko fĂĽr unsere Artenvielfalt und unser Ă–kosystem.
Eine Art von Pestiziden, sogenannte „Insektizide“ sind für unsere Insekten sehr giftig und fördern das Bienensterben.
Trotzdem werden pro Jahr in Deutschland 270.000 Tonnen an Pestiziden ausgebracht.

Das ganze Giftgespritze auf den Wiesen und Äckern ist ein Teufelskreis. Denn mit der Zeit werden die Schädlinge immer resistenter gegen die gespritzten Pestizide, wodurch nach und nach mehr ausgebracht werden muss, beziehungsweise neue chemische Wirkstoffe entwickelt werden.
Und wie all die unterschiedlichen ausgebrachten Pestizide in Kombination in unserer Umwelt wirken, das ist nicht untersucht!
Fest steht aber, dass Tiere und Pflanzen dadurch nachhaltig zu Schaden kommen und wahrscheinlich auch Giftstoffe in unser Grundwasser gelangen.

Und wussten Sie, wie oft ein Apfel in Deutschland gespritzt wird? Rund 32 mal!

Greenpeace wollte es genau wissen: Mit dem Apfel als Beispiel wurden Rückstände der verwendeten Pestiziden in Lebensmittel untersucht.
39 Proben aus Deutschland gaben ein eindeutiges Ergebnis: 88 Prozent der Proben enthielten nachweislich Pestizidrückstände. In keinerlei der untersuchten Bio-Äpfeln fand man Rückstände, dies war bei den Äpfeln aus konventionellem Anbau anders: nur in 4 von 33 Fällen waren sie unbelastet!

Grund genug für uns Alarm zu schlagen. Am Samstag, den 24.10.15 stellten wir uns deshalb in Ostfildern 3 Stunden vor die Supermarktketten „Real“ und „Aldi“, informierten Passanten und sammelten Unterschriften.
Jeder der knapp 200 Menschen, der uns an diesem Tag seine Unterschrift gab, unterschrieb folgende Forderung an die Märkte:
– Obst ohne chemisch-synthetische Pestizide in der Produktionskette zu verkaufen

Wir verteilten unsere gesammelten Protest-Postkarten an die Filialleiter von Real und Aldi, die beide recht positiv auf unsere Aktion regierten und angaben, die Unterschriftensammlung an ihre jeweilige Zentrale weiterzuleiten.
Denn Supermärkte haben als ein wichtiger Bestandteil der Lieferkette auch einen Einfluss auf die Produktion.

An diesem Samstag waren wir nicht allein unterwegs. 40 andere Greenpeace Gruppen aus ganz Deutschland standen vor Edeka, Lidl und Co.
Zwar haben schon einige Supermarktketten eingewilligt, darauf zu achten, dass die Pestizidrückstände im Obst deutlich unter die gesetzliche Höchstgrenze gehen, aber das reicht noch lange nicht – während dem Wachstum werden noch viel zu viele Gifte eingesetzt. Und unsere Erde vergisst nichts.
Wir sind gespannt, ob und inwiefern die Supermärkte reagieren.

Generell fordert Greenpeace von der deutschen Landwirtschaft:
– Eine Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Pestizide
– Sofortiges Verbot für besonders umwelt- und gesundheitsgefährdende Wirkstoffe (Glyphosat beispielsweise ist immer noch erlaubt, obwohl es von der WHO als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wird.)
– Einführung steuerlicher Maßnahmen zur Eindämmung des Pestizideinsatzes
– Stärkere Förderung der ökologischen Landwirtschaft

Johanna