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Stoppt TTIP!

Unterschriftenaktion im Rahmen des Aktionstags der Europäischen Bürgerinitiative gegen TTIP

18.04.2015, Esslingen, Innere Brücke:
Eine Demo gegen TTIP in Esslingen? Na ja, immerhin waren wir etwa 10 Leute, und immerhin haben wir mit unserer kleinen Konstruktion die Aufmerksamkeit der Passanten erregt: auf einen Leiterwagen montiert eine große Waage, in deren Waagschalen einerseits viel Geld, andererseits ein Globus und eine kleine „Menschenkette“ lagen.

Wem nützt TTIP? Klar: da hat das Geld mehr Gewicht! Gesundes Essen, giftfreie Kleidung, nachhaltige Energieversorgung, gute Arbeitsbedingungen, … kurz: das Wohlergehen der Menschheit und der Erhalt einer lebenswerten Umwelt wiegen nicht so schwer und sind eher hinderlich, wenn es um Wirtschaftswachstum und erleichterte Handelsmöglichkeiten geht.

Aber: Wirtschaftswachstum (falls es überhaupt gefördert wird durch TTIP) — wohin? Endloses Wachstum ist unmöglich, und wann soll dann Schluss sein damit, wenn nicht jetzt, wo wir dringend die Veränderungen des Klimas im Auge haben müssten?! Und wem kämen die Gewinne zugute, wenn nicht ein paar Wirtschaftsbossen, die sowieso schon genug haben? Doch sicher nicht den kleinen Firmen, den Arbeitnehmern oder denen, denen es vorne und hinten fehlt. Und warum sind die Verhandlungen geheim? Und warum sollen Firmen Gesetze blockieren und ganze Staaten verklagen können wegen entgangener Gewinne? Und was passiert mit unseren z.T. hart erkämpften Verbraucher-, Arbeitsrechts- und Umweltschutz-Standards?

Diese und andere Fragen gehen durch viele Köpfe. Allein in Deutschland waren mehr als 230 Aktionen mit zehntausenden von Personen gegen TTIP geplant, weltweit wurde in über 40 Ländern auf allen Kontinenten demonstriert, auch in den USA verstärkt sich der Widerstand. Und in Esslingen sind es erstaunlich viele Passanten, die nicht nur gut informiert sind über die zu erwartenden Konsequenzen, falls die TTIP-Verträge gegen die Einwände aus allen Lagern tatsächlich durchgepeitscht werden. Viele haben sich schon online oder auf der Straße an der Unterschriftenaktion der Europäischen Bürgerinitiative beteiligt, andere waren sofort bereit, sich in unsere Listen einzutragen oder mit uns über die Zusammenhänge zu diskutieren. Leider war keiner der vorbeieilenden Befürworter bereit, seine Sicht der Dinge darzulegen. Mit Aussagen wie „das ist doch das Beste, was uns passieren kann“ oder „Ich unterschreibe doch nicht mein eigenes Todesurteil“ ließen sie uns stehen. Aber der Eindruck einer breiten Ablehnung von TTIP, CETA, TISA usw. war eindeutig, und die gefüllten Unterschriftenlisten für uns ein schöner Erfolg.

Ulrich