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© Gigie Cruz-Sy/Greenpeace

"Achtung, Achtung! ..."


Detox-Aktion

mit auffälligem Hingucker gegen Gifte in Textilien

23.03.2013: Eine Wanne voller schäumender Brühe in grellem pink, eine Wäscheleine mit aufgehängten triefenden Kleidungsstücken, das vergrößerte Foto eines Flusses in China, der von der Textilindustrie mit Farbstoffen und Giften verseucht ist, dazu eine Megaphondurchsage: "Achtung, Achtung! Ihre Kleidung kann giftige Stoffe enthalten …" – so zog die Greenpeace-Gruppe Esslingen am Samstag durch die Esslinger Innenstadt, um die Passanten auf die Verwendung toxischer Chemikalien bei der Textilproduktion aufmerksam zu machen.

Während in Europa viele der für die Umwelt und den Menschen giftigen Stoffe verboten oder nur unter starken Beschränkungen erlaubt sind, sind die Produktionsbedingungen in Ländern wie China oder Bangladesh nach wie vor katastrophal. Um die Textilien bunt oder auch schwarz, knitter- oder bügelfrei, wasser- und schmutzabweisend, schwer entflammbar oder antibakteriell auszurüsten, werden sie einer Reihe von Behandlungen unterzogen, für die Chemikalien eingesetzt werden, die auf unterschiedliche Weise die Umwelt und/oder die Träger des jeweiligen Kleidungsstücks bedrohen:


• Alkylphenole und ihre Etoxylate werden während des Färbeprozesses eingesetzt, zersetzen sich beim Auswaschen und stören die Geschlechtsentwicklung bei Fischen und anderen Wassertieren
• Azofarben können bei Hautkontakt Krebs auslösen
• Bromierte Flammschutzmittel sind hormonell wirksam und können Wachstum und Entwicklung der Geschlechtsorgane beeinträchtigen
• Chlorbenzole können Leber, Schilddrüse und Zentrales Nervensystem schädigen
• Chlorierte Lösungsmittel werden zur Reinigung von Chemikalienrückständen eingesetzt; sie schädigen die Ozonschicht und wirken bei Mensch und Tier auf Leber, Nieren und Zentrales Nervensystem
• Chlorphenole und kurzkettige Chlorparaffine sind hochgiftig für Wasserorganismen und reichern sich im menschlichen Organismus an
• Per- und Polyfluorierte Chemikalien machen Textilien schmutz- und wasserabweisend und wirken störend auf die Leberfunktion und das körpereigene Hormonsystem
• Phtalate sind Weichmacher, die die Entwicklung der Geschlechtsorgane bei Säugetieren hemmen
• Schwermetalle wie Cadmium, Blei und Kupfer können Organe und Nervensystem schädigen, Chrom und Quecksilber sind krebserzeugend

Mit der Aktion „DETOX“ will Greenpeace auf diese Missstände aufmerksam machen. Dabei sollen einerseits die Konsumenten sensibilisiert und ermuntert werden, beim Kauf auf möglichst wenig belastete Kleidung zu achten, gleichzeitig werden die Produzenten aufgefordert, den Herstellungsprozess zu entgiften. Einige große Textilfirmen haben bereits auf die Forderungen reagiert und sich verpflichtet, bis 2020 ihre Zulieferketten offen zu legen, alle eingesetzten Stoffe aufzulisten und giftige Stoffe zu ersetzen.

Leider ist es derzeit noch schwierig, unbelastete Bekleidung in den Geschäften zu finden. Umso wichtiger ist es, auch von Konsumentenseite Druck auf die Hersteller auszuüben.
• beim Kauf nachfragen, wo das Kleidungsstück hergestellt wurde
• nur Kleidung kaufen, die wirklich gebraucht wird
• Qualität kaufen, die lange hält
• Second Hand / Biobaumwolle / Grüne Mode kaufen
• keine Kleidungsstücke kaufen mit den Hinweisen „separat waschen“, „vor dem Tragen waschen“, „knitterfrei“, „bügelfrei“
• Used look meiden
• weniger und umweltfreundlich waschen

Weitere Informationen zu diesem Thema sind
hier zu finden

Ulrich