Termine




DETOX Levi´s

Infostand zu Giften bei der Bekleidungsherstellung

08.12.2012: Gleichzeitig mit vielen anderen Greenpeace-Gruppen in Deutschland machten auch wir Esslinger auf das aktuelle und brisante Thema „Gift in Kleidung“ aufmerksam. Im Rahmen der großen DETOX-Kampagne , die schon seit dem letzten Jahr mit großem Erfolg läuft und nicht nur verschiedene Bekleidungskonzerne zum Umdenken gezwungen sondern auch das Thema in der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht hat, ging es diesmal speziell um die Produktionsbedingungen bei der Firma Levi´s in Mexico.
Ebenso wie in den großen Textilzentren in China, Indien, Bangladesh oder Pakistan werden auch Jeans von Levi's mit giftigen Chemikalien hergestellt. Dabei werden umliegende Flüsse stark mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien belastet, die zum Teil in der EU und den USA schon längst verboten sind. Greenpeace hat im Sommer 2012 Proben von Abwässern bei Mexikos größten Textilfabriken Kaltex und Lavamex genommen. Levi's führt beide Fabriken, in denen Jeans gefärbt und gewaschen werden, auf seiner Lieferantenliste. Die bei Kaltex und Lavamex in den Flüssen San Juan und San Pedro gefundenen Schadstoffe wie Tributylphosphat, Trichlorbenzol, Weichmacher (Phthalate) und Nonylphenol können krebserregend und fortpflanzungsschädigend wirken.
Die betroffenen Menschen in Mexiko zahlen einen viel zu hohen Preis für die Produktion von Levi's-Jeans. Ihre Gesundheit wird durch verschmutztes Wasser gefährdet. Greenpeace fordert Levi's deshalb auf, die Produktion mit gefährlichen Chemikalien zu beenden. Andere Firmen wie Zara und Mango haben sich aufgrund des öffentlichen Drucks schon bereit erklärt, bis 2020 auf die Verwendung giftiger Chemikalien bei der Herstellung ihrer Kleidungsstücke zu verzichten.

Trotz wahrer Menschenmassen, die sich am Samstag durch die Esslinger Innenstadt und durch den Weihnachtsmarkt drängten, hielt sich das Interesse der Passanten an dem heiklen Thema in Grenzen.

Vielen Menschen in Deutschland ist bewusst, dass die schnelle und billige Mode nur möglich ist durch miserable Arbeits- und Umweltschutzbedingungen in den Herstellungsländern. Eine Veränderung dieser Zustände ist aber nur möglich durch verantwortungsvolles Kaufverhalten:
• keine Billigware kaufen, lieber wenige hochwertige Stücke kaufen und lange tragen
• keine Kleidung, in denen „separat waschen“ oder „vor dem Tragen waschen“ steht. Auch „Knitterfrei“ und „bügelfrei“ sind Hinweise auf hohen Einsatz von Chemikalien
• Jeans im Used-look meiden
• Secondhand, aus ökologische Produktion, aus Bio-Baumwolle, Fairtrade kaufen
• aktiv werden, sich weiter informieren, im Laden beim Klamottenkauf nach
giftfreier Kleidung fragen

Ulrich