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Blauer Engel

Greenpeace-Nachwuchs warb am 8. Mai auf der Esslinger Maille fĂĽr die Verwendung von Recyclingpapier.

Dass schon Kinder sich Sorgen um die Zukunft unserer Erde machen und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, zeigte am Samstag ein Esslinger „Greenteam“, wie sich der Greenpeace-Nachwuchs nennt.

In mühevoller Kleinarbeit hatten sie alle Bäume des Maille-Parks vermessen und in ihr jeweiliges Holzgewicht bzw. die Papiermenge umgerechnet, die man aus ihrem Holz herstellen könnte. Dann befestigten sie große Plakate an den Bäumen mit Aufschriften wie „wenn Sie mehr Recyclingpapier verwenden werde ich keine 10840 Küchenrollen“, „137368 Geschenkpapierrollen – kurze Freude, schnell im Müll“, „Ist eine Geschichte nur in 7020 Büchern aus Frischfaserpapier spannend?“ oder „Ich bin zu schade für die Kanalisation! Benutzt 8800 Klopapierrollen aus Recyclingpapier“.

Mit dieser Aktion wollten sie darauf aufmerksam machen, dass noch immer – und immer mehr – Wälder abgeholzt werden, nur um unseren Papierhunger zu stillen. Deutschland ist mit 230 kg Papierverbrauch pro Kopf und Jahr nach den USA und Japan der drittgrößte Konsument weltweit. Zwar sind die Deutschen vorbildlich in Sachen Recycling, aber nach einem kurzen Boom des wiederaufbereiteten Papiers wird es inzwischen kaum noch verlangt und in den Geschäften deshalb auch nicht angeboten.

„Es sei schädlich für Drucker und Kopierer“ wird immer noch behauptet, obwohl Recyclingpapier schon längst mit der Qualität von Frischfaserpapier mithalten kann und von großen Firmen, Stadtverwaltungen und Universitäten in ganz Deutschland für fast alle Belange problemlos eingesetzt wird. Dabei werden nicht nur bis 20 Prozent der Kosten gespart, auch der Nutzen für die Natur ist enorm: bei der Herstellung von Recyclingpapier wird nur etwa ein Drittel der Energie und ein Sechstel der Wassermenge verbraucht, und wertvolle Urwälder in Russland, Skandinavien und Kanada, Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten sowie unverzichtbare Flächen zur CO2-Absorption, bleiben erhalten.

Auch wenn die Verwendung von Recyclingpapier vielleicht nur einen beschränkten Beitrag zur Lösung der weltweiten Klimaproblematik beitragen kann: hier kann jeder etwas tun, und die „Greenteam“-Kinder gehen mit gutem Beispiel voran. Sie verwenden Recyclingpapier in der Schule, drängen ihre Eltern dazu, keine Hygienepapiere aus Frischfasern mehr zu kaufen, und fragen die Menschen auf der Straße, ob sie den „Blauen Engel“ kennen, das vertrauenswürdige Qualitätssigel des Umweltbundesamtes, und ob sie bei ihren Einkäufen darauf achten.

Mit ihrer Aktion am Samstag und ihrem Engagement für eine lebenswerte Umwelt, (auf die sie noch viel länger angewiesen sind als die Erwachsenen), konnten sie viele Menschen erreichen. Die Plakate an den Maille-Bäumen sprachen für sich, und ihre direkte kindliche Art, die Passanten auf der Inneren Brücke anzusprechen, ließ so manchen innehalten und sich mit dem Thema beschäftigen.

„Hoffentlich kaufen jetzt alle nur noch Recyclingpapier“ sagte einer der Jungen. Wir hoffen mit ihm.

Info-Flyer (PDF) rund um das Thema Recyclingpapier

Ulrich und Ingo